Zuckerfest stärkt den Zusammenhalt

Menschen unterschiedlicher Herkunft kommen zusammen und feiern das Ende des Fastenmonats Ramadan

 

Zahlreiche Gäste aus allen Kulturen kamen zusammen, um zum Ende des fastenmonats Ramadan zu feiern, zu tanzen und zu „schnützen“. Foto: Christian Ebener

 

Eschweiler Feste stärken den Zusammenhalt, Menschen unterschiedlicher Herkunft können zusammenkommen und lernen Neues kennen. So sieht es der Koran auch für das Zuckerfest, das zum Abschluss des Ramadans gefeiert wird, vor. Tausende Kilometer von Eschweiler entfernt, bei der Fußball-Weltmeisterschaft, zeigten die Fußballspieler aus Marokko und dem Iran bereits durch den Austausch von Süßigkeiten, das solche friedlichen Traditionen in der Lage sind, Jahrzehnte der politischen Differenzen zu überwinden.

„Mit dem Zuckerfest wird nicht nur das Ende eines reinigenden Fastens begangen, sondern auch ein Neuanfang gesetzt. Freundschaften werden bekräftigt, Feindschaften begraben, Streit und Ärger vergessen“, beschrieb es Hans-Peter Göbbels, Vorsitzender des veranstaltenden Awo-Kreisverbandes Aachen-Land, in seiner Rede bei dem kleinen Zuckerfest am Freitagmittag in der Indestadt – eine Botschaft die nicht nur den Muslimen gelte.

Bei den Feierlichkeiten in der Gutenbergstraße vor den Toren des Quartierbüros Eschweiler-West waren zwar keine großen Fernsehkameras dabei und doch fand auch hier ein besonderer Kulturaustausch statt.

„Das ist eine ganz besondere Atmosphäre.“

Bouchra Baboua Migrationsberatung

„Alle Aktivitäten wurden sehr gut angekommen“, betonte Göbbels. Gemeinsam mit dem Integrationsrat der Stadt Eschweiler, vertreten durch Fatiha Mirhom und Fatima Zayat, Quartiersmanager Raphael Kamp und den vielen mitgestaltenden Anwohnern wurde das dreistündige Zusammenkommen organisiert. Der offene Veranstaltungsort im Vorgarten sollte viele Gäste anziehen, besonders aus dem Viertel der Gutenbergstraße, in dem viele Menschen mit Migrationshintergrund leben.

Diese sorgten nicht nur kulinarisch für ein breitgefächertes Programm, das von süß bis herzhaft und von Nordafrika bis in den Nahen Osten reichte. Live-Musik der Gruppe „Rote Rose“ animierte zum Tanzen, eine Spielwiese samt Kinderschminken begeisterte die kleinen Besucher und mit Henna-Tattoos konnten kreative Motive, beispielsweise zur derzeit laufenden Fußball-Weltmeisterschaft, stolz präsentiert werden.

Das Zuckerfest ist „eine Belohnung, dass man den ganzen Ramadanmonat durchgehalten hat“, erklärte Bouchra Baboua von der Migrationsberatung Erwachsene (MBE) der AWO. Das Fest ist dabei vergleichbar mit Weihnachten in der christlichen Kultur und von ähnlich hohem Stellenwert, die Familien kommen zusammen und die Kinder werden beschenkt. Für Letzteres setzte sich besonders eine syrische Künstlerin ein, die die Geschenke selbst gestaltete. „Das ist eine ganz besondere Atmosphäre“, freute sich Baboua über das Fest und die Besucher, die trotz des kühlen Wetters zahlreich erschienen. Göbbels betonte zudem, dass die Institutionen in Eschweiler einmal mehr ihre gute Zusammenarbeit unter Beweis stellten und konnte sich in seiner Festrede zudem bei Bürgermeister Rudi Bertram bedanken, der diese Kooperation, wie hier zwischen AWO, Stadt, Integrationsrat und Quartiersmanagement, weiterhin fördere. Als kleines Dankeschön durfte Bertram das Bild eines syrischen Künstlers mit ins Rathaus nehmen, das den erfolgreichen Familientag am Blausteinsee im vergangenen Monat zeigte. (Erfolgreich wurden einmal mehr Kontakte geknüpft bei dem Fest, sehr zur Freude der Veranstalter, denen es auch darum ging, Ängste und Vorbehalte abzubauen und das direkte und persönliche Gespräch miteinander zu fördern.

Dafür sind beim nächsten Mal sicherlich auch noch mehr Gäste aus anderen Kulturkreisen willkommen, die hier spannende Einblicke in die islamische Kultur gewinnen konnten. (cheb)

Eschweiler Zeitung, 28.06.2018