Corona macht Jubiläum einen Strich durch die Rechnung

Nicht nur der 75. Geburtstag des AWO-Ortsvereins muss in diesem Jahr ausfallen. Alle Aktivitäten liegen derzeit auf Eis.

Stolberg Es hätte ein besonderes Jahr für die Arbeiterwohlfahrt in Stolberg werden sollen. 1945 – also vor genau 75 Jahren – wurde der Ortsverein gegründet. Angefangen hatte damals alles mit einer Suppenküche sowie der Sammlung von Spielen und Kleidung. „So wollte man die Armen in Stolberg unterstützen“, sagt Manfred Steffens, 1. Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Stolberg. Bis heute gibt es Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren. Mit einer großen Feier sollte das Jubiläum im Mai begangen werden – das Programm war ebenfalls schon fix. Doch dann kam Corona.

Zunächst wurden die Feierlichkeiten auf Juni verlegt, dann auf Oktober. Doch auch dieser Termin wird nicht stattfinden können. „Wir hatten überlegt, das Ganze im kommenden Jahr nachzuholen, ich weiß aber nicht, ob wir das wirklich machen sollen“, sagt Steffens und fügt hinzu: „Die 75 Jahre sind dann einfach vorbei. Eine Feier im kommenden Jahr zu veranstalten, würde dann einfach nicht mehr passen.“

Erlkids entstehen

So müssen nicht nur die rund 300 Mitglieder auf das Jubiläum verzichten. Auch die Projekte der AWO können nicht stattfinden. Das wohl Bekannteste: die Erlkids. Bis dato unterstützte der Verein das kostenfreie Mittagessen in Kindergärten mit Spenden. Durch das Bildungs- und Teilhabegesetz, das 2011 eingeführt wurde, mussten Eltern dafür noch einen Eigenanteil von einem Euro zahlen. In schwierigen Fällen wurde dies von der AWO übernommen. Eingestellt wurde das Projekt „Mieki“ dann im vergangenen Jahr, da der Bund zum 1. August 2019 die Gesamtkosten übernahm.

2011 wurden schließlich die Erlkids ins Leben gerufen. Erlebnisfahrten für Kinder von Alleinerziehenden sollten angeboten werden. Ein Projekt, das sich bis heute großer Beliebtheit erfreut und im kommenden Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder, wenn die Ferien vorbei sind, auch was in der Schule erzählen können und keine Außenseiter sind“, sagt Steffens.

Auch die Eltern sollen sich im Rahmen der Fahrten vernetzen können. Und: „Es ist wichtig, dass Kinder und Alleinerziehende zusammen etwas erleben, aber außerhalb des eigenen Haushalts“, so Steffens weiter. Normalerweise geht es drei Mal im Jahr auf Tour. Im Herbst findet zudem ein Bastelnachmittag statt, eine Nikolausfeier ist auch fest im Terminkalender verankert. In diesem Jahr war das nur eingeschränkt im Sommer möglich. Eine Spende der SPD und einer Firma aus Eschweiler wird im kommenden Jahr für die Erlkids genutzt. (se)

 

Stolberger Zeitung 07.10.2020