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Offene Ganztagsschulen

 

Lärm für bessere Qualität und Betreuung

Mindest-Qualitätsstandards der OGS wieder Thema im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur. Kundgebung vor dem Rathaus.
Von Katrin Fuhrmann

Viel Lärm haben etwa 100 Eltern, Kinder und Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschulen in Herzogenrath vor der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur gemacht. Der Grund: Die Entwicklung und Festlegung von Mindest-Qualitätsstandards für die Offenen Ganztagsschulen stand an jenem Abend auf der Tagesordnung des Ausschusses.

Eltern, OGS-Mitarbeiter und Kinder haben vor dem jüngsten Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur für bessere Qualität und Betreuung der Offenen Ganztagsschulen demonstriert. Sie fordern, dass die Parteien im Stadtrat der Landesregierung mehr Druck machen.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte Nathalie Schneider, Fachberaterin vom Verein Betreute Schulen Aachen-Land. Sie und ihre Mitstreiter üben harsche Kritik an der Landesregierung.

Die Mindest-Qualitätsstandards von Offenen Ganztagsschulen wurden im vergangenen Jahr von den Schulleitungen, pädagogischen Leitungen und Trägern der freien Jugendhilfe gemeinschaftlich erarbeitet. Sie sind sozusagen die Essenz des gemeinsamen Konsens aller Beteiligten. Kern der Diskussion: Dem Ist-Zustand wurden notwendige Weiterentwicklungen gegenübergestellt. Die Themen wurden vergangene Woche noch einmal am sogenannten Runden Tisch OGS mit der hiesigen Verwaltung thematisiert und im erweiterten Arbeitskreis Schulentwicklungsplanung mit politischen Vertretern diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass inzwischen dringend Handlungsbedarf im Hinblick auf den qualitativen und damit verbundenen finanziellen Ausbau des Offenen Ganztags besteht.

„Wir haben einen Bildungsauftrag. Der ist aber nicht zu erfüllen, wenn wir nicht genügend Personal, Räume, Zeit und Geld zur Verfügung gestellt bekommen.“
Nathalie Schneider,  Betreute Schulen Aachen-Land e.V.

Allerdings ist das längst bekannt. Bislang gab es seitens der Landesregierung keine positiven Signale. Dabei wäre das dringend notwendig. „Nur durch die Unterstützung von Land und Kommunen werden wir die angestrebten Verbesserungen erreichen können“, sagte Schneider.

Grundsätzlich sind sich in Herzogenrath Politik und OGS-Mitwirkende einig: Mit Vehemenz muss auf eine Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen durch das Land gedrängt werden. Die Stadt Herzogenrath ist nicht in der Lage, die finanzielle Lücke zu schließen. Das wurde im jüngsten Ausschuss deutlich. „Was in den Offenen Ganztagsschulen geleistet wird, ist großartig“, sagte Dr. Manfred Fleckenstein (SPD). Und ergänzte: „Die Finanzierung seitens der Landesregierung ist unzufriedenstellend. Da muss sich dringend etwas ändern.“ Bruno Barth (ULB) sieht das ähnlich und ging in seiner Argumentation sogar noch einen Schritt weiter. „Der Betreuungsschlüssel (Anm. d.Red. 1:24) ist zu gering. In jeder Gruppe müssen mindestens zwei Erzieherinnen sein und die Gruppe darf nicht mehr als 25 Kinder haben“, sagte er. Die Bildung käme ansonsten viel zu kurz.

Genau das ist auch der Grund, warum Schneider und ihre Kollegen auf die Barrikaden gehen. „Wir haben einen Bildungsauftrag. Der ist aber nicht zu erfüllen, wenn wir nicht genügend Personal, Räume, Zeit und Geld zur Verfügung gestellt bekommen“, sagte Schneider. Das größte Problem in ihren Augen: Aufgrund der unzureichenden Finanzierung stehen Trägerschaften auf dem Spiel.

Taten müssen folgen

 „Wenn an einer Offenen Ganztagsschule für das Nachmittagsangebot 15 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf gemeldet werden, aber davon nur zwei Kinder mit einem doppelten Landesfördersatz konnotiert werden, wie und durch wen sollen dann die übrigen Kinder gefördert werden?“, fragen sich Schneider und ihre Kollegen. Und: Wenn Räume nicht angemessen gestaltet werden können, müsse mit einer Platzzahlbegrenzung reagiert werden. Diese gehe mit der Festlegung von Auswahlkriterien einher. Wenn das erste Kriterium die Berufstätigkeit der Eltern sei, welcher Personenkreis werde dann selektiert?

Die Studie „Gute Ganztagsschule für alle“ der Bertelsmann Stiftung stellt dar, dass der Ganztag bislang aufgrund der unzureichenden Finanzierung unter seinen Möglichkeiten bleibt. Auch das ist längst allen bewusst. Jetzt müssen Taten folgen, lautete der Beschluss des Ausschusses.

 

Von März bis Juli wurde NRW-weit die Kampagne „Gute OGS darf keine Glückssache sein“ gestartet. Alle Beteiligten rund um den Offenen Ganztag haben die Forderungen bei Kundgebungen und bei Ausschusssitzungen immer wieder publik gemacht. Die Forderungen: Die Bildungschancen müssen verbessert werden und die Festlegung von einheitlichen Standards muss erfolgen. Außerdem muss die Finanzierung gesichert werden – eine einheitliche Förderung ist unumgänglich.

Aachener Zeitung, 18.11.2017

 

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